…an der Seidenstrasse - China Teil 10...



Kashgar

Nach einer ruhigen Nacht und einem guten Frühstück fuhren wir los, am südlichen Rand der Taklamakan entlang nach Kashgar. Die Strasse führte an fruchtbaren Feldern vorbei, verschiedene Gemüse-, Weizen-, sogar Reis-Felder waren zu sehen. Hier gibt es von dem nahen Gebirge viel Wasser zur Bewässerung der sonst wüstenähnlichen Landschaft. Die Strasse ist gut ausgebaut, ebenso gibt es eine neue Eisenbahnstrecke von Kashgar nach Hotan. Die kleineren Orte die wir durchfuhren sahen sehr rustikal aus. Kleine Auto-Werkstätten, Lagerplätze für Baumaterial, dazwischen kleine Märkte mit Obst und Gemüse, die Wohnhäuser waren meist einfache Lehmbauten. 

Kurz vor Yarkant überquerten wir einen breiten Fluss, den Yarkant River. Dieser Fluss ist besonders im Frühjahr sehr wasserreich, er kommt vom Gebirge und fließt durch die Wüste, wobei er sich zusammen mit anderen Flüssen zum großen Tarim-Fluss vereinigt und dann am nördlichen Rand der Taklamakan entlang fließt. 

Die Stadt Yarkant liegt in einer großen, fruchtbaren Oase und war ein bedeutender Handelsort. Diese Stadt hat eine 2000- jährige wechselhafte Geschichte , auch Marco Polo soll hier gewesen sein.

Wir besuchten hier ein kleines, aber sehr schönes Mausoleum der Liedersammlerin Aman Isa Khan. Daneben waren auch noch Königsgräber, ein alter islamischer Friedhof und eine große Moschee zu sehen. 

Nach einem kurzen Spaziergang über den Basar, konnte man wieder das bunte und laute Leben der einheimischen Menschen betrachten. Das war für mich jedes Mal ein großes Vergnügen. 

Weiter ging es dann die restlichen Kilometer bis Kashgar.

Kashgar ein Mythos an der Seidenstrasse. Einst stießen hier die nördliche Route der Seidenstrasse, über Turfan kommend, und die südliche Route der Seidenstrasse von Hotan kommend zusammen. Von Kashgar aus zogen die Karawanen weiter, gen Westen ins Ferghanatal nach Samarkand und Persien ans Mittelmeer. Die andere Strecke führte über das Karakorum-Gebirge nach Indien. Seit frühesten Zeiten war Kashgar einer der wichtigsten Handelsplätze an der Seidenstrasse. Die wechselvolle Geschichte Kashgars ist bis in unsere heutige Zeit durch den Islam, einen starken Fundamentalismus und den Wunsch der Unabhängigkeit von China längst nicht abgeschlossen.

Kashgar ist eine Metropole am westlichen Ende von China. Hier stehen sich die Altstadt mit den Handwerkergassen, den Moscheen, den schmalen Lehmhäusern, den Basaren und die Neustadt mit den Hochhäusern aus Beton und Glas, den breiten Boulevards, den großen Kaufhäusern und der Mao-Statue am

Volksplatz gegenüber. Leider werden z.Z. große Teile der Altstadt abgerissen und im historischen Stil wieder aufgebaut. Dies gibt natürlich viel Unruhe bei der betroffenen Bevölkerung, da die neuen Häuser dann nicht nur Erdbebensicher, sondern auch teuerer sind.

Kashgar kündigte sich schon am Stadtrand als moderne Großstadt an, sehr viele Groß-Baustellen für Wohnhäuser waren zu sehen. Im Stadtkern natürlich auch viele hohe Industriebauten, Banken, Kaufhäuser. Ales was eine Großstadt so braucht.

Unser Hotel befand sich direkt am Volksplatz, so dass nach dem Einchecken und Abendessen noch ein kurzer Spaziergang über den Platz zur Mao-Statue möglich war. 

Da am nächsten Tage die lange Fahrt am Karakorum-Highway auf dem Plan stand, war eine frühere Nachtruhe angesagt. 

Hier geht es zum nächsten Teil:  Seidenstrasse - China 2013-11  


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